Weltwärts - Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst

Auch der Dienst „Weltwärts“ ist als Bildungsprojekt für junge Menschen konzipiert, die  durch die Arbeit in fernen Ländern ihren Horizont erweitern wollen. Anders als die bisher behandelten Dienste ist Weltwärts inhaltlich aber stärker spezialisiert.  Weltwärts wurde 2008 vom Entwicklungsministerium ins Leben gerufen. Die Freiwilligen werden hier in Entwicklungsprojekte entsendet, vor allem nach Lateinamerika, Afrika und Asien.

 

Wer steht hinter dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst Weltwärts?

Hinter Weltwärts steht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die praktische Organisation liegt in den Händen der Engagement Global gGmbH, einem vom Ministerium finanzierten Unternehmen.

 

Für wen ist der Dienst gedacht?

Die Freiwilligen müssen 18 bis 28 Jahre alt sein. Anders als bei den meisten anderen Diensten müssen sie entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Fachhochschulreife oder Abitur vorweisen können. Statt der Berufsausbildung können unter Umständen auch andere Erfahrungen anerkannt werden, z.B. aus einem anderen Freiwilligendienst. Die Freiwilligen sollten sich für entwicklungspolitische Themen interessieren. Deutsche Staatsangehörigkeit wird nicht vorausgesetzt; Bewerber müssen aber ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland haben.

Je nach Projekt können noch bestimmte Fachkenntnisse oder Erfahrungen verlangt sein. Und: Bei Tropenaufenthalten ist es wichtig, dass die Freiwilligen bei guter Gesundheit sind.

Seit 2014 können übrigens auch Freiwillige aus Ländern in Lateinamerika, Afrika oder Asien einen Dienst in Deutschland leisten.

 

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Es gibt Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Kultur und Menschenrechte. In der Regel brauchen die Freiwilligen kein Fachwissen mitzubringen.

Von den Freiwilligen wird erwartet, dass sie sich nach dem Ende ihrer Dienstzeit weiter für ihr Projekt engagieren; etwa indem sie dafür in Deutschland die Werbetrommel rühren.

 

In welchen Ländern kann man den Dienst leisten?

Der Dienst kann prinzipiell in allen Entwicklungs- oder Schwellenländern geleistet werden. Ausgeschlossen sind aber alle Staaten, für die das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgegeben hat.

 

Wie lange dauert der Dienst?

Der Dienst kann 6 bis 24 Monate dauern.

 

Was kostet die Teilnahme?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zahlt für jeden Freiwilligen einen Zuschuss an die Organisation, die den Projektplatz anbietet. Da dieser aber nicht alle Kosten abdeckt, erwarten die Organisationen in der Regel, dass sich die Freiwilligen an der Finanzierung ihres Aufenthalts beteiligen; z.B. in der Form, dass sie für das Projekt Spenden einwerben.

Und ein weiteres Minus: Die Entsendeorganisationen zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge für die Freiwilligen.

 

Welche Leistungen bekommen die Freiwilligen?

Die Leistungen sind ähnlich wie bei den anderen Diensten: Die Freiwilligen bekommen Unterkunft, Verpflegung, ein Taschengeld und ein Bildungspaket: Vorbereitungsseminar, Zwischenseminar, Nachbereitungsseminar. Auch haben sie Anspruch auf einen persönlichen Ansprechpartner, der sie während ihres Dienstes betreut. Anders als bei manchen anderen Diensten werden auch die Reisekosten bezahlt.

Die Freiwilligen werden außerdem im Ausland versichert. Das Versicherungspaket umfasst Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung.
Kindergeld wird während der Dienstzeit weiter gezahlt.

 

Wer bietet Dienstplätze an?

Organisationen, die Weltwärts-Plätze anbieten möchten, müssen vom Ministerium auf Seriosität überprüft und zugelassen werden. Sie müssen ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Es gibt etwa 180 zugelassene Organisationen. Sie sind über die Weltwärts-Internetseite zu finden.

 

Wo muss man sich bewerben?

Bewerben muss man sich direkt bei einer der zugelassenen Organisationen. Eine zentrale Bewerbung gibt es nicht.

 

Weitere Infos

Es gibt eine offizielle Website für den Dienst Weltweit. Hier findet man auch die Organisationen, bei denen man sich bewerben kann:
http://www.weltwaerts.de

Daneben gibt es auch ein inoffizielles Weltweit-Portal:
http://www.weltwaerts-news.de

 

Fazit

Weltwärts ist ein anspruchsvoller Dienst für junge Menschen mit überdurchschnittlich viel Enthusiasmus. Die Einsatzplätze in Entwicklungs- und Schwellenländern verlangen ein besonders hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Nach dem offiziellen Dienstende sollen die Freiwilligen sich weiterengagieren.