Der Internationale Jugendfreiwilligendienst

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) sieht dem klassischen Freiwilligen Sozialen Jahr ziemlich ähnlich, ist anders als dieses aber auf den Einsatz im Ausland spezialisiert. Er wurde 2011 vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen, um ausdrücklich Auslandsaufenthalte zu fördern. Wie das Freiwillige Soziale Jahr hat aber auch der IJFD einen Bildungsauftrag: Junge Menschen sollen ihren Horizont erweitern, indem sie sich sozial engagieren und eine Zeit lang im Ausland leben.

 

Wer steht hinter dem Internationalen Jugendfreiwilligendienst?

Initiator des Bundesfreiwilligendienstes ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Ministerium hat die Regeln festgelegt und hält alle Fäden in der Hand: Organisationen, die IJFD-Plätze anbieten wollen, müssen sich beim Ministerium registrieren lassen; das Ministerium zahlt den Organisationen Zuschüsse für jeden Freiwilligen.

 

Für wen ist der Dienst gedacht?

Um einen IJFD absolvieren zu können, muss man seine Schulpflicht erfüllt haben und jünger als 27 Jahre sein.  Deutsche Staatsangehörigkeit ist nicht vorgeschrieben – Ausländer müssen aber seit mindestens 3 Jahren mit gesichertem Aufenthaltstitel in Deutschland leben. Auch dürfen Ausländer keinen Dienst in ihrem Herkunftsland leisten.

 

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Die Einsatzmöglichkeiten sind beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst die gleichen wie beim Freiwilligen Sozialen Jahr. Die Freiwilligen arbeiten in gemeinnützigen Einrichtungen, wie z.B. Altenheimen, Bildungsinstitutionen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, aber auch im Umwelt- und Naturschutz, in Friedens- und Versöhnungsprojekten.

 

In welchen Ländern kann man den Dienst leisten?

Es gibt keine geografischen Einschränkungen für den Dienst. Freiwillige können in alle Länder der Welt entsendet werden, für die das Auswärtige Amt keine Reisewarnung ausgesprochen hat.

 

Wie lange dauert der Dienst?

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst kann 6, 12 oder 18 Monate dauern. Meistens sind es 12.

 

Was kostet die Teilnahme?

Die Organisationen, die IJFD-Plätze anbieten, erhalten vom Staat Zuschüsse für ihre Freiwilligen. Die sind zwar deutlich höher als beim Freiwilligen Sozialen Jahr im Ausland, reichen aber oft trotzdem nicht aus, um den ganzen Aufenthalt zu finanzieren.  Daher müssen die Freiwilligen oft noch einen Eigenbeitrag für Essen und Unterkunft bezahlen. Die Reisekosten muss man häufig ebenfalls selbst tragen.

Und schließlich müssen die Teilnehmer sich auch um ihre deutsche Sozialversicherung  selbst kümmern – die wird vom Träger nicht übernommen.

 

Welche Leistungen bekommen die Freiwilligen?

Wie beim Freiwilligen Sozialen Jahr müssen die Trägerorganisationen für ihre Freiwilligen Seminare zur Vorbereitung, Dienstbegleitung und Nachbereitung auf die Beine stellen - bei 12 Monaten Dienst mindestens 25 Seminartage. Auch während des Dienstes stehen den Freiwilligen persönliche Ansprechpartner zur Verfügung.

Zwar wird die deutsche Sozialversicherung nicht übernommen – die Trägerorganisation zahlt aber ein komplettes Versicherungspaket für den Aufenthalt im Ausland, mit Kranken-, Rücktransport-, Unfall- und Haftpflichtversicherung.

Freiwillige haben Anspruch auf Urlaub. Ihr Anspruch auf Kindergeld besteht auch während des IJFD.

Auf Taschengeld, freie Kost und Logis, Stellung von Arbeitskleidung und Reisekostenerstattung dagegen darf man nicht unbedingt bauen. Das alles liegt im Ermessen der Trägerorganisation.

 

Wer bietet Dienstplätze an?

Organisationen, die einen IJFD-Platz anbieten möchten, müssen sich beim Familienministerium registrieren und auf Seriosität überprüfen lassen. Sie müssen ihren Hauptsitz in Deutschland haben.

Auf den Internetseiten des Ministeriums gibt es eine Liste mit den aktuell registrierten Organisationen:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Freiwilliges-Engagement/internationaler-jugendfreiwilligendienst.html  
(Link unten: „Anlaufstellen für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst“)

 

Wo muss man sich bewerben?

Bewerben muss man sich direkt bei einer der zugelassenen Trägerorganisationen.

 

Weitere Infos

Das Bundesfamilienministerium betreibt eine eigene Internetseite zum IJFD:
http://www.ijfd-info.de

Weitere Infos – z.B. die Liste mit den zugelassenen Trägerorganisationen und die Umsetzungsrichtlinie zum IJFD – bietet das Ministerium hier:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Freiwilliges-Engagement/internationaler-jugendfreiwilligendienst.html

 

Fazit

Der IJFD ist eine gute Wahl, wenn Sie jung sind und sich im sozialen Bereich engagieren möchten.