Das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist der älteste und bekannteste Freiwilligendienst. Es wurde schon 1964 geschaffen und soll jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihren Horizont zu erweitern und sich nach der Schule zu orientieren, indem sie sich gesellschaftlich engagieren. Es dient im weitesten Sinne der Bildung und wird daher pädagogisch begleitet. Das FSJ kann im sozialen Bereich geleistet werden, aber auch z.B. im Umwelt- oder im Denkmalschutz. Dann heißt es „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ oder „Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege“.

Die weitaus meisten FSJ-Freiwilligen wirken innerhalb Deutschlands. Das Freiwillige Soziale Jahr kann aber ausdrücklich auch im Ausland geleistet werden. Die Zahl der Auslandsplätze ist allerdings recht begrenzt, da es für gemeinnützige Organisationen oft attraktiver ist, andere Freiwilligendienste anzubieten. Beim FSJ im Ausland erhalten die Organisationen nämlich nur geringe staatliche Zuschüsse für die Freiwilligen.

 

Wer steht hinter dem Freiwilligen Sozialen Jahr?

Gesetzliche Grundlage des FSJ ist das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten. Zuständig für die Zulassung von Organisationen, die FSJ-Plätze anbieten dürfen, sind die deutschen Bundesländer.

 

Für wen ist der Dienst gedacht?

Das FSJ absolvieren können junge Menschen, die die Schulpflicht erfüllt und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ein Schulabschluss ist nicht unbedingt nötig, und auch die deutsche Staatsangehörigkeit ist keine zwingende Voraussetzung.

 

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Die Einsatzmöglichkeiten sind weit gespannt: „praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen“, so heißt es im Gesetz. Klassische Einsatzbereiche für FSJ'ler sind die Arbeit mit Kranken, Behinderten, alten Menschen oder auch die Jugendarbeit. Bei Friedensdiensten im Ausland steht die Völkerverständigung im Mittelpunkt. Das Freiwillige Ökologische Jahr absolviert man bei Umweltschutzorganisation oder in kleineren Naturschutzprojekten. Beim FSJ im Denkmalschutz arbeiten die Teilnehmer – nun ja, in Denkmalschutzprojekten.

 

In welchen Ländern kann man den Dienst leisten?

Das hängt ganz von den Trägerorganisationen ab, eine rechtliche Einschränkung auf bestimmte Länder gibt es nicht. Meistens sind Plätze für das FSJ aber in europäischen Ländern.

 

Wie lange dauert der Dienst?

Das Freiwillige Soziale Jahr im Ausland dauert normalerweise 12 Monate, aber auch 6 Monate sind prinzipiell möglich.

 

Was kostet die Teilnahme?

Prinzipiell nichts. Allerdings erhalten die gemeinwohlorientierten Einrichtungen vom Staat nur geringe Zuschüsse für das FSJ im Ausland. Unter Umständen müssen die Freiwilligen daher einen Beitrag zur eigenen Verpflegung und Unterkunft zahlen. Auch Reisekosten müssen eventuell selbst übernommen werden.

 

Welche Leistungen bekommen die Freiwilligen?

Die FSJ'ler haben Anspruch auf ein Taschengeld; Unterkunft und Verpflegung werden teilweise gestellt. Die Freiwilligen sind über die Trägerorganisation sozialversichert. Während des FSJ besteht weiterhin Anspruch auf Kindergeld.

Drei Seminare mit insgesamt 25 Seminartagen muss der Träger für die Freiwilligen organisieren. Hier sollen die Teilnehmer auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden und später ihre praktischen Erfahrungen reflektieren. Außerdem stellt die Trägerorganisation jedem Freiwilligen einen Ansprechpartner, der ihn übers Jahr betreut. 

Urlaub bekommen die Freiwilligen auch.

 

Wer bietet Dienstplätze an?

Gemeinnützige Organisationen, die FSJ-Plätze anbieten wollen, müssen sich bei den zuständigen Behörden der deutschen Bundesländer registrieren lassen. Diese Zulassung stellt die Seriosität der Träger sicher.

Auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums gibt es eine Liste der zugelassenen Organisationen.
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Freiwilliges-Engagement/fsj-foej.html  
(Link unten auf der Seite: „Übersicht über Anlaufstellen für FSJ und FÖJ“
Träger, die fürs Ausland zugelassen sind, finden sich am Ende des Dokuments.)

 

Wo muss man sich bewerben?

Bewerben muss man sich direkt bei einer zugelassenen Trägerorganisation. Da auch von den zugelassenen Trägern nicht mehr alle FDJ-Plätze im Ausland anbieten, sollten Sie sich nicht blind bewerben, sondern vorher anfragen, ob eine Bewerbung sinnvoll ist. Möglicherweise bietet die Organisation statt des FSJ auch einen anderen Freiwilligendienst an.

 

Weitere Infos

Die Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Freiwilligen Sozialen Jahr – hier finden Sie auch die Liste mit den zugelassenen Organisationen:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Freiwilliges-Engagement/fsj-foej.html 

Der Bundesarbeitskreis Freiwilliges Soziales Jahr ist ein Zusammenschluss großer Trägerorganisationen. Auch hier gibt es neben allgemeinen Infos eine Liste mit Organisationen, die FSJ-Plätze im Ausland anbieten.
http://www.pro-fsj.de

Beim Bundesjustizministerium kann man das Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten nachlesen:
http://www.gesetze-im-internet.de/jfdg

 

Fazit

Das klassische FSJ ist vor allem für Menschen attraktiv, die einen Freiwilligendienst in Deutschland machen möchten. Wer ins Ausland gehen möchte, findet bei den spezialisierten Auslandsdiensten eine größere Auswahl an Möglichkeiten.